Wagen wir es
Vorauszu­denken!

MonoCab OWL wird gefördert durch:

Urbanes Land –
Anbindung an die Städte

Nordlippe in Ostwestfalen. Eine ländliche Region, typisch für so viele dünn besiedelte Gebiete in Deutschland: mit viel Ruhe, viel Raum – und viel „Aber“. Aber es gibt kaum ÖPNV! Aber ohne Auto sind wir aufgeschmissen! Aber die Bahn hat die Strecke stillgelegt! Damit das Land nicht den Anschluss verliert, muss es mobil bleiben – für mehr Lebensqualität und mehr Wirtschaft.

Mit diesem Ziel wurden im Rahmen der REGIONALE 2022 von der Technischen Hochschule OWL vier Leitprojekte für vernetzte, autonome Mobilitätsangebote im öffentlichen Schienen- und Straßenverkehr entwickelt. Eines davon, das Projekt AutoBAHN, richtet sich an einen prototypischen autonomen Schienenverkehr von Lemgo über Dörentrup nach Barntrup. Als Projektpartner kam dann der Landeseisenbahn Lippe e.V. hinzu, der 2018 den Deutschen Mobilitätspreis mit einer ungewöhnlichen Idee gewinnen konnte: dem MonoCab.

Das MonoCab ist eine selbstfahrende Kabine auf den Schienen der historischen eingleisigen Eisenbahnstrecke zwischen Lemgo und Extertal. Und nicht nur eine: Denn es wird viele davon geben, die in beiden Richtungen auf einem Gleis fahren – gleichzeitig! Denn MonoCab fährt dank Gyroskoptechnik stereo: als kreiselstabilisierte Einschienenbahn. Das ist nichts Neumodisches, sondern von 1907. Die MonoCabs können wie ein Paternoster im ständigen Umlauf fahren – und wie Taxis für die individuelle Fahrt ins Dorf oder in die Stadt bestellt werden. Einfach per App, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Individuell, automatisiert, on demand, aber mit Fülle – als IPNV, dem individuellen Personennahverkehr. Damit die Menschen auf dem Land mobiler und unabhängiger werden.

Diese Idee hat jetzt neuen Schub bekommen. In einem Verbund vieler Partner, die für die technischen Herausforderungen Lösungen entwickeln: MonoCab OWL! An Bord sind die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Fachhochschule Bielefeld, der Landeseisenbahn Lippe e.V., Fraunhofer Lemgo und der Kreis Lippe – damit die Idee auf die Schiene kommt. MonoCab OWL verbindet automatisiertes Fahren per kreiselstabilisierter Einschienenbahn, eine historische Bahnstrecke, ein ehrenamtliches Unternehmen und ein regionales Netzwerk zu einem Fortbewegungsmittel für die Zukunft auf dem Land: eine öffentliche und dennoch individuelle Bahn. 2022 soll der erste Prototyp Strecke machen und die Machbarkeit des Konzepts beweisen. Willkommen im UrbanLand Ostwestfalen-Lippe.

Ihr Ansprechpartner

Pressemitteilung

des Projektverbunds MonoCab OWL zum ITS Weltkongress 2021 in Hamburg

MonoCab OWL: ein visionäres Projekt zur Entwicklung regionaler Mobilität stellt sich auf dem ITS Weltkongress in Hamburg vor

Auf dem ITS Weltkongress 2021 vom 11.-15. Oktober in Hamburg, der sich der Mobilität der Zukunft widmet, präsentiert der Projektverbund MonoCab OWL das gleichnamige Projekt: eine kreiselstabilisierte Einschienenbahn, die auf eingleisigen ländlichen Bahnstrecken den IPNV – den individuellen Personennahverkehr – als Ergänzung zu ÖPNV und Auto revolutionieren und die Regionalentwicklung vorantreiben soll.

In Deutschland gibt es unzählige eingleisige Bahnstrecken im ländlichen Raum, die nicht mehr oder nur selten genutzt werden. Die Wiederbelebung dieser Strecken könnte die Regionalentwicklung deutlich voranbringen und die Mobilität auf dem Land verändern. Ein besonders innovatives Projekt dafür wird vom 11. bis zum 15. Oktober auf dem ITS Weltkongress in Hamburg präsentiert: MonoCab OWL.

Das MonoCab ist eine kreiselstabilisierte Einschienenbahn: Es balanciert dank Gyroskoptechnik (ein schnell rotierendes Kreiselsystem zur aktiven Lageregelung durch Drehimpulserhaltung) auf nur einer Schiene eines normalen Bahngleises. MonoCabs sind so kompakt und schmal, dass sie in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeifahren können. Von diesen autonomen, also selbstfahrenden Kabinen sind dann viele gleichzeitig in beiden Richtungen auf einem Gleis ähnlich wie ein Paternoster im ständigen Umlauf unterwegs – und können wie Taxis für die individuelle Fahrt ins Dorf oder in die Stadt bestellt werden. Per App, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Quasi als IPNV: dem individuellen Personennahverkehr als Erweiterung zum ÖPNV und als Ergänzung zum Auto. In jeder Kabine finden bis zu vier Fahrgäste Platz. Die MonoCabs können mithilfe digitaler Kupplungen auch zu Doppelwagen zusammengestellt werden.

Das innovative Projekt bedient sich dabei der vorhandenen Infrastruktur: einer historischen eingleisigen Bahnstrecke. Auf dem bahnbetrieblich stillgelegten Streckenabschnitt zwischen Bösingfeld und Rinteln werden zwei Testfelder eingerichtet, auf denen in 2022 die ersten Demonstratoren eingesetzt werden können – mit dem Ziel, dort auch einmal Prototypen fahren zu lassen.

Gesamt-Projektleiter Professor Thomas Schulte: „Die Herausforderung ist es, jetzt zu zeigen, dass solche Fahrzeuge sicher, zuverlässig und bezahlbar realisiert werden können.“

Auf die Schiene bringen dieses visionäre Projekt ein Verbund aus der Technischen Hochschule OWL, der Fachhochschule Bielefeld, dem Fraunhofer IOSB-INA sowie dem Landeseisenbahn Lippe e.V. als Initiator und Ideengeber.
Die Konzept- und Demonstrator-Entwicklung übernimmt dabei die TH OWL mit ihren Kompetenzen in Digitalisierung, Fahrzeugbau und Design. Die Entwicklungsarbeit soll in einem agilen Prozess in Zusammenarbeit mit Unternehmen organisiert werden. Die Idee, das über 100 Jahre alte Konzept eines kreiselstabilisierten Fahrzeugs neu aufzugreifen und weiterzuentwickeln, hat der Landeseisenbahn Lippe e. V. eingebracht und dafür 2018 bereits den Deutschen Mobilitätspreis erhalten.

Minister Hendrik Wüst: “Mobilität verändert sich gerade tiefgreifend. Mit den MonoCabs OWL wollen wir die Mobilität auf der Schiene im ländlichen Raum stärken. Unser Ziel: Brachliegende Infrastruktur wird reaktiviert, um suburbane Regionen besser an die Zentren anzubinden. Hier werden Ideen und Projekte für die Mobilität der Zukunft entwickelt.”

MonoCab OWL ist bereits zu einem Projekt mit A-Status der REGIONALE 2022 geworden, die unter dem Motto „Wir gestalten das neue UrbanLand OstWestfalenLippe“ die Anbindung der ländlichen Räume an die Ober- und Mittelzentren in Ostwestfalen-Lippe verbessern und die Mobilität von Menschen ohne eigenen PKW erleichtern will.

Annette Nothnagel als Leitung der Regionale 2022: „Wir wollen mit der REGIONALE 2022 in OstWestfalenLippe komfortable und bedarfsorientierte Mobilitätsangebote von Tür zu Tür schaffen. Gerade in ländlichen Räumen können die neuartigen MonoCabs als On-Demand-Verkehr auf reaktivierten Bahnstrecken den fehlenden Lückenschluss zum Regional- und Fernverkehr schaffen. Diese innovative Idee des Landeseisenbahn Lippe e. V. soll nun umgesetzt werden – ein großartiger Beitrag zum UrbanLand OstWestfalenLippe.“

Auch das Land macht sich für das Projekt stark: Insgesamt konnten 3,6 Millionen Euro Fördergelder gewonnen werden – im Rahmen der Umsetzung des operationellen Programms des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Nordrhein-Westfalen für den Zeitraum 2014-2020 mit einer Kofinanzierung durch das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mit der Entwicklung innovativer Technologien für nachhaltige Mobilität soll damit der Industriestandort NRW gestärkt werden. MonoCab OWL leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Judith Pirscher, Regierungspräsidentin in Detmold: „MonoCab ist eine innovative Idee aus Ostwestfalen-Lippe, die einen wichtigen Beitrag zu einer vernetzten, digitalen und bedarfsgesteuerten Mobilität insbesondere in ländlich strukturierten Räumen leisten kann. Beispielgebend ist neben dem technologischen Innovationsgehalt dieses Einschienenfahrzeuges die intensive und enge Zusammenarbeit der vier Projektträger. Das Projekt belegt eindrucksvoll die Innovationskraft OWLs bei der Gestaltung der Mobilität von morgen.“

Die Entwicklung des technischen Demonstrators hat schon begonnen. Im Jahr 2022 soll ein Demonstrator des MonoCabs über nordlippische Schienen fahren. Den aktuellen Stand des Projekts stellt nun Prof. Thomas Schulte von der TH OWL in einem Vortrag am 14.10.21 auf dem Gemeinschaftsstand der Bundesländer beim ITS Weltkongress 2021 in Hamburg vor, der sich der automatisierten, kooperativen und vernetzten Mobilität der Zukunft widmet. Rund 15.000 Besucher und 400 Fachaussteller aus 130 Ländern werden erwartet.

MonoCab-Vordenker Thorsten Försterling von der Landeseisenbahn Lippe e.V.:
„Die Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum ist individuell. Eine Lösung muss gut und einfach sein. Sie muss intuitiv sein und sich selbstverständlich anfühlen.“

Das Team hinter Monocab – Arbeitsgruppenleitung

  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Schulte

    iFE – Institut für Energieforschung / Institute Future Energy. Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe / OWL

    Projektleitung

  • Prof. Dr.-Ing. Rolf Naumann

    FH Bielefeld – Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik

    AG Fahrwerk

     

  • Prof. Dr.-Ing. Rainer Rasche

    TH OWL – Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik

    AG Fahrwerk

  • Thorsten Försterling

    Landeseisenbahn Lippe e.V.

    AG Marketing/Kommunikation

    AG Strecke und Erprobung

  • B.Sc. Fabian Kottmeier

    iFE – Institut für Energieforschung / Institute Future Energy. Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe / OWL

    AG Koordination

  • Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Nether

    TH OWL – Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur

    AG Kabine

  • B.Sc. Martin Griese

    iFE – Institut für Energieforschung / Institute Future Energy. Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe / OWL

    AG Gesamtmodell

    AG Stabilisierung

  • Prof. Dr. Stefan Witte

    Vizepräsident für Forschung und Transfer der Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

    AG Gesamtkonzept

    AG Automatisiertes Fahren

  • B.Sc. Philip Kleen

    Fraunhofer IOSB-INA

    AG Automatisiertes Fahren

Das Team hinter Monocab – Arbeitsgruppen